Mittwoch, 6. August 2014

„MEINE“ Menschen.




Ich habe das große Glück, besondere Menschen zu kennen.

Man findet sie nicht einfach so. Man muss sie suchen. Und dann muss man sie davon überzeugen, dass man ihr Freund sein darf. 

Besondere Menschen - richtige Freunde - sind nicht leicht zu erkennen, denn manche von ihnen können auf den ersten Eindruck unfreundlich sein. Oder vorsichtig. Oder (scheinbar) abweisend. Aber man muss dahinter schauen.

Menschen, die nur auf das Äußere oder auf oberflächliche Phrasen achten, verpassen daher eine Menge. 

Es gibt wunderschöne Menschen, Menschen, die gut reden können, die aber hinter ihrer Fassade leer sind. Und es gibt scheinbar gute Menschen, die aber in einer wirklich unangenehmen oder schwierigen Situation nicht für einen da sind, keine Zeit haben.

Und dann sind da die Menschen, die vielleicht auf den ersten Blick nicht gleich zugänglich sind, die einen nicht (direkt) an sich heranlassen – die vorsichtig sind, zögernd, erst einmal prophylaktisch unfreundlich. Und genau dort entdeckt man - hinter der Fassade - einen ganz ausserordentlich schönen, treuen Menschen.


Ich gebe euch ein paar Beispiele.

Mein Mann Alex ist grundsätzlich einmal gegen alles. 
„Wen sollen wir zu deiner Geburtstagsfeier einladen, Amor?“ 
„Caramia, ich habe keine Freunde.“ 
„Ja ich weiss, aber du hast mich. Ich bin dein Freund.“ 
„Ja, deswegen habe ich dich geheiratet.“  
„Ok, dann lade ich einfach mal ein paar Leute ein.“ 
„Mach das, Caramia.“
Gut, das war (wie immer von ihm) ironisch gemeint, denn er hat viele Freunde, aber es kommt der Sache sehr nahe, da er entweder jemanden so sehr mag, dass er sich für ihn seinen rechten Arm abhacken lassen würde, oder er mag ihn nicht und das war´s dann auch. Komplett. Er ist da radikal (ich bin anders, wäre aber gerne wie er).
 


Ich mag erst mal grundsätzlich (fast) jeden – und dann schaue ich weiter. Das macht es nicht leichter. In der Regel liege ich mit meinem Bauchgefühl richtig. Aber manchmal ist ein Mensch doch anders, als ich gedacht (gehofft) habe. Dann reagiere ich natürlich. Aber zunächst bin ich offen für alles, freue mich über jeden neuen Menschen in meinem Leben.

Das ist wohl der Unterschied zwischen Steinbock (Alex) und Wassermann (mir). Ich kann mich aber nicht ändern. Ich bin so – ich liebe Menschen.

Ich habe Freunde, die ich in den unmöglichsten Situationen kennen gelernt habe – oder über das Internet, oder die ich als Mitarbeiter in meiner ehemaligen PR-Agentur eingestellt habe … und die ich alle abgöttisch liebe. 

Ich jammere und dann ist da mein Dean der mir sagt: „Ach Ilka, bitte. Als ob du so alt wärst, wie du bist.“ Er hat in der PR-Agentur, die ich vor erbsünde hatte – ein PR-Praktikum gemacht und ist inzwischen Content Manager Games bei einem bekannten deutschen Spieleentwickler. Ein großartiger Mensch und ein begnadeter Sänger – bei seiner Stimme und seinen Texten gehe ich auf die Knie. Ihr hört sie hier.  

Meine Arbeitskollegin Sandra, die mich mit ihrem ultratrockenen Humor sofort aufheitert – die ich einfach nur toll finde und mit der ich noch einiges gemeinsam geplant habe.

Meine Freundinnen Tina und Kerstin, die wissen, dass ich NIE Zeit habe und deswegen einfach immer mal abends mit einer Flasche Wein vorbei kommen und sagen: "Ilka, mach den PC aus und lass uns quatschen. JETZT!" (Danke dafür, ihr Lieben!)


Ariane, mit der ich die PR-Agentur geführt habe und die sie seit Juni 2013 ohne mich genauso toll weiterführt – die meine Trauzeugin ist und die für mich alles stehen und liegen lassen würde – wie ich für sie.


Oder mein Schatz Karin – die sich - trotz eines Schicksalsschlages, den ich womöglich nicht überlebt hätte – um Tiere in Not kümmert und ein unendlich großes Herz voller Liebe hat. Schatz.


Oder Chris, Izela, Moni, Frauke, Nicole, Doreen, Dolly, Katharina, Kerstin und Daniela – die mich in jeder Situation auffangen, aufheitern, aufbauen und mir einfach nur gut tun.  Denn – ich gebe es offen zu – so frei ich auf andere zugehe, so sehr bin ich auch angreifbar und fassungslos, wenn Menschen an Punkten ansetzen, die einfach nur unfair sind. Aber dafür hat man Freunde. Die sich darüber aufregen. Einen unterstützen und aufbauen und zum Lachen bringen. (Danke, danke, danke euch!)


An dieser Stelle möchte ich auch meine beiden großen Töchter nennen. Ich glaube es gibt niemanden, der vehementer und blutiger für mich kämpfen würde, als sie. Ich bin so stolz auf sie, sie verteidigen mich, genauso wie ich sie verteidige (aktuell vor diversen Lehrern ... :). Ich bin unendlich dankbar für diese beiden, sehr, sehr besonderen Menschen.


Ja. Solche Menschen braucht man. Man muss sie finden (wollen) und man sieht sie nur, wenn man genau hinschaut. Man muss sie überzeugen, dass man ihr Freund sein darf.  

Schaut doch selbst mal genau, ob da nicht so ein besonderer Mensch in eurer Nähe ist, den ihr vielleicht noch nicht „gesehen“ habt. Er wird euch gut tun.




Kommentare:

  1. Danke für diesen wunderbaren Post. Wir müssen viel öfter "danke" sagen für die Menschen, die unser Leben bereichern.
    Ich geh jetzt mal einen davon knuddeln ;o)

    Alles Liebe
    Luci

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  2. Ach liebe Ilka,

    es ist so wunderschön deine Zeilen zu lesen!!!!
    Sie berühren mich so sehr!!!!

    Ich kenne dich ja erst seit kurzem und auch "nur" über das Internet... aber was ich in dieser kurzen Zeit an und von und mit dir erleben durfte war und ist wunderbar!!! So viel Herz, so viel Liebe, so viel Ausstrahlung, so viel Persönlichkeit und soviel Authentizität...

    DANKE dass es dich gibt und DANKE dass du jeden Menschen so nimmst und akzeptierst wie er ist!!!!
    Unvoreingenommen...

    Liebe Ilka, es ist so schön dass es dich gibt!


    Herzliche Grüße
    Susn

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  3. Deine Worte sind immer wieder toll zu lesen. Sie sind so greifbar, so real und so nah am Menschen.
    Danke das du uns teilhaben lässt .
    Ganz liebe grüße Tina

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  4. Liebe Ilka, du hast so schöne Worte gefunden, sie berühren mich sehr :) Dankeschön :) Deine Almut

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  5. sehr schön geschrieben ..... hat mich berührt .... da deine Worte so viel WAHRES wiedergeben.
    Herzliche Grüße Janette.

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  6. Das sind wundervolle Zeilen!

    Ganz liebe Grüße
    Wolke

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  7. Ach du bist Wassermann. DAS erklärt einiges :-*
    Liebste Grüße
    Eva

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  8. Liebe Ilka,
    seid heute verfolge ich Deinen Blog und lese mir gerade alle Deine Post´s durch, die ich bisher so verpasst habe.
    Für mich ist heute ein schwarzer Tag. Meine kleine Tochter hat heute Ihren letzten Krippentag und ist nach den Ferien (die Kita hat drei Wochen zu) ein Kindergartenkind. Ich war so traurig, weil meine Kinder so schnell groß werden. Daweil wurden sie mir doch erst gestern auf den Bauch gelegt ;-)
    Ich habe mir Ihren Portfolioordner mit Fotos aus der Krippenzeit angesehen und hätte Rotz und Wasser heulen können. Sie werden so schnell groß, entwickeln ihren eigenen Willen und ihr eigenes Wesen. Es geht mir gerade zu schnell, ich fühle mich, als würden sie morgen schon ausziehen!!!
    Aber wie ich Dich hier mi Deinen beiden großen Töchtern gesehen habe, ist mir das Herz aufgegangen, denn genauso stelle ich mir das auch vor, wenn mein Rabauke und die Räubertochter groß sind. Vielen Dank dafür!
    Viele sonnige Grüße aus München
    Sabrina

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  9. Herrlich, und soooo toll geschrieben. Ich laufe meiner Maus auch immer hinterher oder ich laufe vor ihr weg und werfe mich auf den Boden um DAS FOTO zu bekommen. Sie liebt es an der Kamera rum zu fummeln ;).

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