Freitag, 29. Mai 2015

Lasst euren Teppich in Frieden (auf dem Boden) ruhen. DAS ist sein Job.

Ein  kurzer Tipp zwischendurch für diejenigen unter euch, die selbst nähen oder Tutorials schreiben. Es geht mir um Fotohintergründe.

Zur Präsentation von Kleidungsstücken sind natürlich Tragebilder am Schönsten und Wirkungsvollsten. 

Keine Frage.

Herzdame - Fred von Soho

Kleid Fidelia - erbsündchen
Leider hat man aber man hat nicht immer die Möglichkeit, Tragebilder zu machen. Sei es, weil das Wetter nicht mitspielt, man keine freie Wand im Haus hat, oder sich das Modell weigert.


Wer aber einen Blog oder eine Seite betreibt - wenn auch nur als Hobby und nicht gewerblich - sollte seine Werke trotzdem ansprechend präsentieren. 

Legt das Kleidungsstück bitte nicht einfach auf den Teppich oder das Bett. 
Hier seht ihr unseren Wohnzimmerteppich. Frisch gesaugt, flauschig - und ich mag ihn auch sehr ... er ist aus Wolle, weich und total kuschelig. Aber als Fotohintergrund uncool.  

Rock Mini Invidia - erbsündchen
Es gibt verschiedene Möglichkeiten zur Präsentation, ohne die Bodenbeläge bemühen zu müssen - es ist gar nicht so schwer und muss nicht teuer sein:

1. Ein wirklich schöner, charakteristischer Hintergrund
Ich habe jahrelang Kleidungsstücke auf unserem Gartentisch fotografiert. Herr erbsünde hatte ihn vor ein paar Jahren selbst gebaut und über die Jahreszeiten hinweg hat er (also der Tisch) eine wunderbare Patina bekommmen - ich mag den Shabby-Look. Leider wurde er (immer noch der Tisch) inzwischen entsorgt, eignete sich aber hervorragend zum Fotografieren. Vielleicht habt ihr auch so einen Tisch? Oder eine Bank? Oder einen Steg? Eine alte Tür oder ein breites Holzbrett?

Autositz-Decke Harmonia - Lasari Design

2. Ein Fotohintergrund
Die teurere aber natürlich sehr professionelle Variante ist ein Fotohintergrund. Hier kann man sowohl das Modell, als auch das Produkt für sich allein fotografieren. Nach der Fotosession wird der Hintergrund aufgerollt und in die Ecke gestellt. 

Rock: Mini Invidia - erbsündchen
Fotohintergrund: Maveluno Prints

3. Ein weisser Karton
Die kostengünstigste und raumsparendste Variante ist ein simpler, weisser Karton in Größe A1 oder A0. Nicht spannend, aber er bringt es auf den Punkt. Ihr kriegt ihn im Bastelshop oder online und könnt darauf eure Werk ganz schlicht präsentieren oder auch ganz wunderbar Tutorials fotografieren. Wenn ihr fertig seid, rollt den Karton zusammen und verstaut ihn im Schrank.

Gamaschensöckchen aus dem ebook "Novo" - erbsündchen

Gamaschensöckchen aus dem ebook "Novo" - erbsündchen
Aus der Anleitung zum Pucksack - ebook "Novo" erbsündchen

Der Hintergrund ist schlicht und lenkt in keinster Weise vom zu präsentierenden Werk ab. 

Vergleichen wir also mit dem Anfang, so seht ihr den Unterschied. Entscheidet selbst.


Ich hoffe, ich konnte euch ein wenig Inspiration bieten. 

Eine sehr gute Investition ist übrigens eine zusätzliche Studiolampe. Diese gibt es schon sehr günstig bei Auktionsplattformen und sie leuchten euer Projekt optimal aus - unabhängig von der Jahreszeit, dem Stand der Sonne und der Helligkeit eurer Wohnung.


Ganz liebe Grüße,
Ilka



Mittwoch, 6. Mai 2015

Verlosungen ... oder ... Ich möchte auf Facebook sichtbarer werden

Ich habe eigentlich schon viel zu lange mit diesem Post gewartet, aber nun ist es höchste Zeit, Aufklärung zu betreiben. 

Und ich entschuldige mich auch vorweg - ein langer Post ohne Fotos ... aber dafür (hoffentlich) informativ für euch.

Ich bekomme täglich zwischen 10 und 20 Anfragen, ob ich eine Verlosung sponsoren würde. Das ist auch völlig in Ordnung. Ich freue mich über euer Interesse und ich habe auch so angefangen. Kooperationen sind wichtig und um weiter zu kommen, muss man fragen. Der folgende Text hat auch nichts damit zu tun - also unabhängig davon: wenn ihr eine Kooperation wünscht, fragt bei den entsprechenden Firmen oder Labels nach.

Ich selbst unterstütze derzeit nur Aktionen meiner Probenäher (inzwischen über 150), bei denen ich mich auf diese Weise für ihr Engangement für erbsünde bedanken kann. Alles mehr wird einfach zu viel. Und ich teile sie dann auch nicht auf meiner Seite. Nicht, weil ich überheblich bin, sondern weil es sonst auf der erbsünde-Chronik nur noch Verlosungen gäbe und das würde euch wahrscheinlich alle mehr als langweilen.

Aber warum mache ich nicht jede Verlosung mit? Warum rege ich mich nicht mit der Gemeinschaft darüber auf, dass Facebook die Sichtbarkeit einschränkt? Warum finde ich Riesenverlosungsaktionen nicht toll?

Fakt ist.
Facebook ist eine kostenlose Plattform. Im Gegensatz zu vielen anderen können hier nicht nur Privatleute, sondern auch Kleinunternehmen und Firmen völlig kostenlos eine Präsenz einrichten. 
Aber jedem, der ein wenig Geschäftssinn hat muss irgendwo klar sein, dass sich das Ganze finanzieren muss bzw. Facebook auch Gewinn machen möchte. 

Ich lese täglich Aufschreie "Oh mein Gott, Facebook schränkt die Reichweite ein!" 
Aber wie bitte soll das Ganze denn sonst funktionieren? Facebook ist kein Wohltätigkeitsverein. Nimmt denn eine Tageszeitung oder eine Zeitschrift ganz kostenlos Werbung von euch auf? Bietet euch eine Plattform und sagt: Hey - ich unterstütze dich, ich präsentiere dich, du musst mir dafür nichts geben!?

Nein. Facebook ist eine (sehr, sehr große und effektive) Plattform. Eine faire, wie ich finde, denn man kann sie kostenlos nutzen - auch gewerblich. 

Aber was kann man tun, wenn man nicht mehr an erster Stelle in der Chronik seiner Fans erscheint?

1. Einen Beitrag bewerben.
Klingt zunächst total blöde, man muss ja Geld ausgeben, aber.
Wenn ihr ein Gewerbe angemeldet habt, dann könnt ihr die Facebook-Werbung absetzen (steuerlich geltend machen). Und: Das Bewerben von Beiträgen ist nicht einmal teuer, ihr könnt zum Beispiel drei Tage lang einen Post für ein Tagesbudget von 3,00 EUR bewerben (das macht 9,00 EUR) und ihr werdet wieder mehr gesehen. Dreimal im Jahr habt ihr nur 27,00 EUR für éine wirklich effektive Marketingmaßnahme ausgegeben. Natürlich ist es umso effektiver, je mehr man investiert, aber auch kleine Beträge bringen schon etwas.

Ihr wollt nicht bezahlen?
Dann gibt es noch eine weitere (bessere) Möglichkeit.

2. Interessante Beiträge
Postet etwas Interessantes. Etwas, was geteilt wird weil es lustig ist, nachdenklich macht oder einfach fröhlich und glücklich stimmt ... eine tolle Idee, Vorschläge oder fragt eure Follower nach ihrer Meinung. Zeigt euch, eure Werke, euren Tag. aber lasst euch etwas einfallen. Seid anders. Spannend.
Was nicht zu einer wachsenden Reichweite beiträgt sind Posts wie: "Heute genäht, ich hoffe, es gefällt dem Empfänger" oder "Bitte liked alle meine Beiträge, denn Facebook schränkt die Reichweite ein!".

Wenn ihr mal die erfolgreichen Seiten verfolgt seht ihr, dass dort keine Aufforderungen zum Liken stehen. Diese Seiten hatten nicht einfach nur "Glück", es steckt harte Arbeit darin. Themen werden überlegt, Beiträge geschrieben, Fragen gestellt, Szenarien überlegt, Fotos gemacht und gepostet ... es muss etwas passieren auf der Seite. Sonst hält man auch diejenigen nicht, die man vielleicht mit einem Bittaufruf erreicht hat. 

Und nun abschließend noch zum Thema Verlosungen. 

Verlosungen auf Facebook sind so eine Sache.
Fakt ist - man zieht mit solchen Aktionen im Zweifel nicht diejenigen an, die man als Follower haben möchte. Man möchte doch "echte Fans" haben. Menschen, die einen interessant finden, die einfach das mögen was man macht, schreibt, zeigt. Die einem folgen möchten, weil sie unterhalten oder informiert werden und nicht, weil es etwas umsonst gibt, oder weil man sie darum bittet.

Wenn ich mal eine durchführe dann nicht, um neue Likes zu generieren, sondern um mich bei meinen Followern zu bedanken. Natürlich kann man nicht jedem etwas schenken, daher muss man etwas verlosen.

Wer aber Verlosungen veranstaltet um neue Likes zu generieren muss fast schon damit rechnen, dass ein Großteil danach wieder verschwindet. Oder auf eine weitere Verlosung wartet. Also: Verlost, wenn ihr geben wollt, nicht weil ihr etwas haben wollt.

Ich hoffe sehr, dass ihr mir nicht böse seid, dass ich das jetzt so offen geschrieben habe und ich hoffe, dass es auch jeder richtig verstanden hat.  

Also - macht euch sichtbar!

Montag, 4. Mai 2015

Über das Alter - Achtung ohne Werbung aber mit Ironie

Das Alter ist so eine Sache. 

Da dümpelt man so locker flockig vor sich hin - Jahr um Jahr - und ehe man sich versieht ist man 44.

Bisher habe ich mir eigentlich nicht viele Gedanken darum gemacht. Klar, Falten - egal ob Lach- oder Zornesfalten, die Schwerkraft ... das Alter macht sich einfach bemerkbar. Dagegen stehen Erfahrung, Weitsicht, Gelassenheit ... es interessiert mich nicht, was andere über mich denken. Das wiegt den Verfall auf - daher war ich bisher ziemlich ausgesöhnt mit den Anzeichen. Es ist ein Geben und Nehmen.

Mit einer 15- und 13-jährigen Tochter hat man natürlich den täglichen Vergleich (des eigenen Verfalls) vor Augen, aber man betrachtet sich selbst ja auch sehr kritisch und sagt: Hey - das geht noch, ich find mich für mein Alter ziemlich klasse.

Bis heute stand ich über dem Thema, beobachtete meine körperliche Transformation gelassen. 
Bis heute. Heute kam Herr erbsünde mit so einer idiotischen Anwendung an.

Das Ganze begann so.

Ausgerechnet den Bart - den finde ich gerade so toll bei ihm. 


Nungut, ich gebe zu - die App hat wahrscheinlich auch seinen Gesichtsausdruck und die weissen Barthaare analysiert - Ergebnis: 58

Herr erbsündes Argument zum Rasieren - mit seinem Bruder links im Bild (der übrigens ein Jahr jünger ist, also 43):


Okay - so weit, so gut (ich hab ihn da lieber als 58-jährigen). 
Ich selbst war zu dem Zeitpunkt noch total unbeschwert.
Dann begang ich den Fehler.

Ist doch klar oder? Man muss jeden Mist mitmachen. Weil man es einfach WISSEN will. Im Grunde hofft man auf ein schmeichelndes Ergebnis mit dem man glänzen kann. 

Nunja, seht selbst. 


Und glaubt mir, ich habe heute ungefähr 20 Bilder hochgeladen, alle mit dem Ergebnis zwischen 61 und 70 Jahren. (Lacht nicht, ich hab immer weiter gemacht.)


Und meine Freundinnen dazwischen (um das Argument mit den weissen Haaren zu widerlegen):


Ganz ehrlich? Ich glaube eigentlich überhaupt nicht an sowas. Aber das hat mich dann schon etwas fertig gemacht. 

Ich habe also - wie immer in Notsituationen wie dieser - meine Älteste zum Gespräch gebeten.

Ich: "Kätzchen - ich muss dich was fragen, aber du MUSST absolut ehrlich sein! Auch wenn ich deine Mutter bin und du mich liebst. Es ist  eine Frage von Frau zu Frau. Schonungslos."
Sie: "Ok."
Ich: "Wenn du mich so anschaust, würdest du sagen, ich sehe alt aus? Ich meine schau mal. Hier hängt was und da ... und da sind diese Falten und ganz ehrlich..."
Sie unterbricht mich. "Äh Mama???? Du siehst toll aus! Wo ist dein Problem?!?!"
Ich: "Also gut - sagen wir mal, ich wurde von einer Anwendung auf 67 geschätzt, findest du ich sehe alt aus?"
Sie: lacht sich kaputt
Ich: "Ja ok 67 - aber schau - wenn ich am Samstag auf die Sew gehe und die ganzen Leute mich sehen, die mich vom Internet kennen ... findest du ich sehe alt aus?"
Sie: lacht noch mehr
Ich: "Kätzchen!!! Ich brauch ne Antwort!!! Ich bin gerade etwas verspannt!!!!"
 
Sie: "Ok also. Ich finde, du solltest die schwarzen engen Jeans anziehen und dich etwas mehr schminken."
Ich: "Ich spreche von meinem GESICHT!!! Kann ich mit diesem Gesicht gehen????"
Sie: "Äh ja, ach so. Ja mit dem Gesicht kannst du unbedingt gehen!"

Blöd oder? Man fühlt sich gut und lässt sich irritieren.

Ich werde am kommenden Samstag mit meinem Gesicht zur Sew kommen :)
Weil ich es habe. Und es eigentlich auch sehr sehr gerne mag. Und ich werde solche Anwendungen nicht mehr machen.


P.S.: Wir sind dann noch drauf gekommen, wie man jünger wird ... DuckFace!!!!



P.P.S.: Die Schramme auf der Nase ist eine andere Geschichte - in der spielt das erbsündchen mit...die standhaft auf die Katze Meggie verweist, die in der Zeit meilenweit entfernt war.